Maria Heubuch die Zukunft der Landwirtschaft

Maria Heubuch die Zukunft der Landwirtschaft

Wie Maria Heubuch die Zukunft der Landwirtschaft sieht

Die Europäische Union gibt den größten Anteil ihrer Finanzmittel an die Landwirtschaft aus. Da müsste das Leben der Landwirte eine Freude sein, mögen manche denken. Insofern war der Abend mit der Grünen-Abgeordneten Mari heubuch im Europaparlament erhellend. Denn nur die Großbetriebe profitieren so von den europäischen Subventionen, dass sie sorglos in die Zukunft blicken können.

In unserem Raum aber gibt es größtenteils kleine und mittlere Betriebe, die vom großen 70%-Brocken der ersten Säule nur wenig erhalten, da diese Gelder ganz schlicht entsprechend der Größe bewirtschafteten Fläche fließen. Nur der kleinere Restteil der Subventionen, das ist die zweite Säule, dient den Zwecken des Umwelt-, Natur-, Tier- und Verbraucherschutzes sowie für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Und gerade hier sind noch viele Stellschrauben zu bearbeiten, Maria Heubuch ist da als Allgäuer Landwirtin und auch als Abgeordnete mitten drin im Thema. Und so kennt sie denn auch genau den Betrag, der in den vergangenen Jahren den Bauern durch Preisverfall allein im Milchviehbereich entgangen ist: Es waren 3,2 Mrd. Euro weniger, die nun als Sicherung der Betriebe und Investionsmöglichkeiten fehlen.

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) sorgt für einen Haushaltsplan, der für jeweils sieben Jahre die Spielregeln darstellt. Derzeit, so berichtet Heubuch, ist der kommende Haushaltsplan ab 2021 in Vorbereitung, und hier prallen die Interessen der jeweiligen Lobbyisten aufeinander. Landwirte sind also nicht nur dem Klimawandel mit den Extrem-Wetterlagen 2017 und vor allem 2018 ausgeliefert, sondern eben auch der GAP, die bei heftiger Bürokratie den einzelnen Landwirten so zusetzt, dass etliche Kleinbetrieb aufgeben. Großbetriebe sind im Kommen, dabei sind sie gesellschaftlich nicht akzeptiert. „Verbraucher wollen zwar keine Massentierhaltung, freuen sich aber über niedrigen Preise“, so Heubuch. Sie empfiehlt eine regionale Vermarktung mit Herkunftsnachweis.

Als besonders widersinnig aber schildert sie die Tatsache, dass unser hiesiger Fleischkonsum zwar sinkt, die bundes- und auch europaweite Fleischproduktion aber massiv ansteigt. Damit einher ginge der Futtermittelimport z.B. aus Amerika, und eine wachsender Fleischexport nach Asien und Afrika. Eine der Folgen sei der gestiegene Nitratgehalt unseres Grundwassers, dank der großen Güllemengen, die im Lande verbleiben. Und als weitere Folge wird die Bundesrepublik von der EU verklagt wegen der Missachtung des Grundwasserschutzes. Abhilfe könnte hier eine Begrenzung des Viehbestandes schaffen, in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Fläche. Das sähe Heubuch gerne, sieht aber Probleme bei der Duchsetzbarkeit.

Dem größten Teil des Publikums am Abend bei den Weinheimer Grünen waren diese Problembereiche nicht neu, das waren die zahlreich erschienenen Landwirte. Und das restliche Publikum wiederum konnte den anschaulichen Darstellungen der EU- Abgeordneten viel Wissenswertes entnehmen. Die zum Teil kritischen Fragen kamen hauptsächlich von den Landwirten, die die Sachkenntnis der Abgeordneten gut nutzen konnten. Das gestiegene Selbstbewusstsein des EU-Parlaments gegenüber der Kommission, die Vorgaben macht und wenig Spielraum lässt für Abweichungen, bewies Heubuch mit Berichten von ihrer akribischen Arbeit mit den Haushaltsplänen, und auch von Gesprächen mit Lobbyisten jeglicher Richtung. Leider hätten die Umwelt- und Verbraucherverbände deutlich weniger Mittel und Personal für die Einflussmöglichkeiten auf die Parlamentarier als Lebensmittelindustrie und Interessensgruppen der Massentierhalter.

Die Weinheimer Grünen sicherten Maria Heubuch Unterstützung zu für ihre weitere Kandidatur zum EU-Parlament. So erläuterte Charlotte Winkler, die Vorsitzende der Grünen Ortgruppe, am Beginn und auch am Schluss des Abends, wie wichtig eine zukunftsfähige Landwirtschaft für uns alle ist. „Nur eine gesunde Landwirtschaft sichert uns eine gute und gesunde Ernährung, schließlich geht es um unsere Lebensgrundlage.“

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